Archive for the ‘Allgemein’ Category

Unverhofft kommt oft!

Montag, Juli 19th, 2010

Patricia Ryan Madson ist uns seit ihrem Auftritt bei google nicht mehr unbekannt. Ihr wundervolles kleines Alltags-Impro Buch “Impro Wisdom” ist nunmehr auch auf deutsch erschienen.  13 Strategien warten darin, auf den Alltag losgelassen zu werden.

Dabei ist besonders hervorzuheben, dass so schwierig zu beschreibende Impro-Begriffe wie “Akzeptieren” sehr schön pragmatisch umschrieben wurden (”Blicken Sie den Tatsachen ins Auge!”). Unter den glorreichen 13 finden sich natürlich auch “Sagen Sie ja”, “Nicht vorbereiten”, “Seien Sie durchschnittlich” und “Machen Sie bitte Fehler”. Besonders schön ist der ergänzte neunte Grundsatz : “Werden Sie sich ihrer Gaben bewusst.” Jeder hat was zu geben.

Angewandte Improvisation - Internationale Konferenz im September in Amsterdam

Sonntag, Juli 18th, 2010

Das AIN (Applied Improvisation Network - Netzwerk für Angewandte Improvisation) wurde ja bereits in einem früheren Beitrag vorgestellt.

Aus aktuellem Anlass möchte ich gerne auf die Konferenz im September in Amsterdam hinweisen. Vom 23.-26. September wird dort die internationales Creme de la Creme der Berater, Trainer, Coaches und Führungskräfte zusammenkommen, die mit Improvisationstechniken arbeiten.

Ich werde dort auch mit meinem wertgeschätzten Kollegen Andreas Benkwitz vor Ort sein - unsere Thema:

The Hero´s Journey - Reloaded. Auf nach Amsterdam!

Endliche und unendliche Spiele…

Sonntag, Juli 11th, 2010

Spätestens seit Stephen Nachmanovitch wissen wir, dass Improvisation als freies Spiel betrachtet werden kann. Ich muss gestehen, mich fasziniert diese Perspektive zunehmend. Ist es doch das Spiel, das uns in zunehmenden Alter abhanden kommt - siehe dazu auch den Beitrag von Ken Robinson!

Freies Spiel ermöglicht einen Grad an Kreativität, der in anderen Kontexten nicht erreicht werden kann - man denke z.B. an den Design Thinking Ansatz, der mit einem ganz klaren Business Nutzen einher geht.

James P. Carse unterscheidet dabei zwischen endlichen und unendlichen Spielen - wobei die unendlichen Spiele dem freien Spiel sehr nah stehen, wenn nicht sogar synonym zu fassen sind. Er macht in seinem Buch, das bereits in den 80er Jahren erschienen ist (was man wohl auch am Cover erkennt…), sehr spannende und erhellende Untersuchungen zwischen den endlichen Spielern, bei denen es immer Gewinner und Verlierer geben muss und den unendlichen Spielern, die dazu bereit sind, jederzeit neue Regelmöglichkeiten in den Raum zu stellen - Hauptsache, das Spiel geht weiter. Auch wenn es dann vermeintlich ein anderes ist. Ähnlich wie beim Impro geht es den unendlichen Spielern also darum, Angebote zu machen, Regeln zu brechen, mit dem Ziel, andere gut aussehen zu lassen. Welch spannender Wettbewerb. Wie würde unsere Welt wohl aussehen, wenn wir darum konkurrieren würden, den jeweils anderen gut aussehen zu lassen?

Die abschließenden Kapitel von Carse beschäftigen sich mit den Auswirkungen unserer endlichen Spiele auf die Natur, unseren Umgang mit den von uns konzipierten und erschaffenen Maschinen (besonders interessant in Hinblick auf das Internet in seiner heutigen Form zu lesen!) und die Frage nach neuen Spielen, die wir spielen könnten. Ein verspieltes, philosophisches und besonders in Zeiten der spielenden Finanzjongleure anregendes Buch!

Es ist ein Drama…

Donnerstag, Dezember 17th, 2009

Was soll ich sagen: Je tiefer wir uns mit der Improvisation beschäftigen, umso mehr dringen wir in spirituelle Bereiche vor. Nicht nur Stephen Nachmanovitch sieht in der Improvisation ein spirituelles Erlebnis, auch Patricia Ryan Madson macht aus den Parallelen zum Zen Buddhismus keinen Hehl.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich auch ein britischer Priester der Church of England dem Thema Improvisation angenommen hat. Samuel Wells sieht im Improvisationstheater ur-christliche Werte wiedergespiegelt. “Den anderen gut aussehen lassen” bis hin zu “Angebote machen” - sobald man sich die Begrifflichkeiten im Improvisationstheater einmal vor diesem Hintergrund auf der Zunge zergehen lässt, werden die Parallelen überdeutlich. Wells führt seine Gedanken zunächst von ethischen Fragen ausgehend hin zur Improvisation, die als dramatische Form das erzählende Element christlicher Theologie darstellt - zumindest wenn wir Wells folgen.

Darauf aufbauend bringt er zentrale Konzepte wie “Status”, “Annehmen und Blockieren”, “Geben und Geschenke” als Merkmale der Improvisation wie auch des christlichen Glaubens. Dabei sieht er in der Improvisation gleichzeitig die einmalige Gelegenheit, christliche Werte und narrative Überlieferungen aus der Bibel mit neuem Leben zu füllen. Eine sehr spannende Sicht auf das Wesen der Improvisation - über philosophische Fragen hinaus in die religiöse und spirituelle Sphäre hinein. Ein anregendes Buch, dass uns mit unserer kulturellen Herkunft konfrontiert.

Musterbrecher

Montag, Juni 29th, 2009

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Wie der Zufall so will…Vor einigen Wochen wurde ich von einem Studenten der Bundeswehruniversität in München für ein Interview angefragt. Gegenstand war die Einsatzmöglichkeit von Improvisation als Musterbrecher. Musterbrecher? Damit sind Möglichkeiten zu Prozessmusterwechsel gemeint. Möglichkeiten, um aus Routinen auszubrechen. Seit einigen Jahren beschäftigen sich Professor Hans A. Wüthrich, Dirk Osmetz und Stefan Kaduk mit diesem Thema. Ihr Buch dazu: ein Bestseller! Nachdem ich es mir besorgt und reingeschmökert hatte, musste ich feststellen: zu Recht. Wunderbare Fallbeispiele, unorthodoxes Layout, herrlich hintersinnige Illustrationen. Wir werden wohl in Kontakt bleiben.

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Improvisation in der brandeins

Sonntag, Juni 28th, 2009

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Eine schöne Geschichte steckt dahinter. Sie findet sogar im Editorial jener historischen Ausgabe 10/2008 über “Die Kunst der Improvisation” Erwähnung.

Ich hatte einen Leserbrief an die Redaktion geschrieben. Tenor: “Wie wäre es mit einem Schwerpunktthema Improvisation?”. Dieser Themenvorschlag schien zunächst nicht auf großen Wiederhall in der Redaktion zu stoßen. Doch es wurden anscheinend Versuchsluftballons gestartet und tatsächlich: niemand in der Wirtschaftswelt wollte wirklich zugeben, dass er oder sie im Geschäftsleben improvisiert. Ein Thema also…

Mehr dazu hier: im Archiv dieses wundervollen Wirtschaftsmagazins! Alle Artikel frei zugänglich!

Hallo, Welt der Improvisation!

Sonntag, Oktober 5th, 2008

Dies ist ein Blog. Ein improvisierter Blog. Ein Blog über Improvisation.

Improvisation als Lebensmotto, als Mindset, als Management- und als Kreativitätsmethode.

Improvisation - ihre Regeln, Prinzipien, Offenheit und Unberechenbarkeit macht sie in der heutigen Zeit so wichtig. Dieser Blog soll Menschen einen Raum geben, sich über Improvisation in der Kunst und in der Wirtschaft auszutauschen, über kreative Möglichkeiten des Improvisierens zu reden und neue Wege zu erschließen.

Es ist Zeit, zu improvisieren. Die Zeiten fester Regeln, unbestreitbarer Sicherheiten und klarer Gewissheiten sind vorbei. Das Leben in einer vernetzten, globalen Welt mit begrenzten Ressourcen braucht die Improvisation!