Die Philosophie der Improvisation
Wer sich tiefer gehend mit Improvisation beschäftigen möchte, dem sei “The Philosophy of Improvisation” wärmstens empfohlen. Professor Gary Peters von der York St. John University seziert darin die Improvisation als Element in den Werken von Kant, Nietzsche, Adorno, Heidegger, Derrida, Deleuze und vielen anderen Philosophen und Improvisationskünstlern wie z.B. Keith Johnstone. Wie sehen diese großen Geister das Wesen der Improvisation? Schafft Improvisation Kunst? Braucht Sie dazu Kunst?
Wie auch immer die Kunst-Frage zu klären ist, Peters lässt LaDonna Smith mit einem wunderbaren Zitat zu Worte kommen, was Improvisation leisten kann und auch sollte: “The act of engaging in free-improvisation will become a liberator, and emancipator, for many people to touch into their emotional lives in a non-verbal and non-judgmental way. We must introduce this healthy way of life.” Ja, bei Improvisation geht es um Freiheit. Es geht um negative Freiheit als gemeinschaftliches Ideal. Improvisation schützt das Gemeinschaftliche, indem es Interaktionsräume schafft, in denen nicht in Bereiche der anderen eingedrungen wird, sondern diese akzeptiert werden. Dabei erzeugt sie im Einzelnen spontane, originelle, ja geniale mentale Energien. Aber auch Wettbewerb spielt in der Improvisation eine nicht zu unterschätzende Rollte. Am Ende steht jedoch eine Freiheit, erreicht duch ästhetische Schönheit, wie Kant oder Schiller sie herbei gesehnt haben. Ein hoffnungsvolles Buch “for a healthy living on impro.”
